HPV – was ist das?

Humane Papilloma Viren werden sexuell übertragen und sind sehr verbreitet. Oft wird die Infektion gar nicht bemerkt und bildet sich spontan zurück. Bestimmte Typen dieser Viren (high-risk-Typen) spielen jedoch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Bei über 99% der Frauen mit Gebärmutterhalskrebs sind HPV vom high-risk-Typ nachzuweisen. Umgekehrt bekommt natürlich nicht jede Frau, bei der HPV nachgewiesen wurde, eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses. 30 % aller Frauen werden in ihrem Leben mit HPV infiziert; oft wird das Virus wieder eliminiert.

Nur etwa 10% der infizierten Frauen, bei denen das Virus nicht eliminiert wird, entwickeln nach 10-20 Jahren Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Risikofaktoren, die eine Ansteckung mit den Viren begünstigen sind außer ungeschütztem Geschlechtsverkehr, Rauchen, sexuelle Kontakte in jungem Alter und wechselnde Sexualpartner

Welche Probleme können durch HPV entstehen?

Bei Infektion verursachen die Viren zunächst keinerlei Beschwerden.

Als Folge einer Infektion mit Niedrigrisikotypen, vor allem den Typen HPV 6 und 11, bilden sich nach einer Inkubationszeit von drei Wochen bis acht Monaten bei einigen Personen Genitalwarzen (Kondylome), die sich jedoch nicht zu einer Krebserkrankung entwickeln. Sie können an den äußeren Geschlechtsorganen, der Scheide, am Gebärmutterhalsbereich, aber auch im Analbereich auftreten. Feigwarzen können über Monate und Jahre bestehen, aber auch spontan abheilen. Nach einer Behandlung liegt das Risiko, dass die Warzen wieder auftreten, bei etwa 30%. Die Kondylome treten bei Frauen und Männern in etwa gleicher Häufigkeit auf.

Liegt gleichzeitig oder ausschließlich eine Infektion mit Hochrisikotypen vor, so können an der Vulva, in der Scheide, am Gebärmutterhals und im Analbereich zelluläre Veränderungen auftreten. Hier muss bei entsprechendem Ergebnis im PAP-Abstrich dann eine Gewebentnahme -/oder Entfernung (Konisation) durchgeführt werden. Dies ist prinzipiell ein harmloser Eingriff, in der Folge ist jedoch das Risiko für Komplikationen z.B. in der Schwangerschaft erhöht.

Wie kann man eine Infektion erkennen?

Als Ergänzung zum herkömmlichen Abstrich kann der HPV-Test wertvolle Informationen liefern. Fällt der Test positiv aus, so sollten intensivere Kontrollen durchgeführt werden, um eine beginnende Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Der positive Test allein macht noch keine Behandlung notwendig. Fällt der Test negativ aus und sind keine HPV-high-risk-Typen nachweisbar, so ist das Risiko für die Frau, in den darauf folgenden 3-5 Jahren an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, extrem gering.

Der Test sollte etwas alle 3 Jahre durchgeführt werden.

Behandeln

kann man nur die Erkrankungen an Genitalwarzen und den Gebärmutterhalskrebs; die Viren selbst können nicht behandelt werden. Einen vollständigen Schutz vor einer Infektion gibt es für sexuell aktive Menschen nicht. Deswegen sollten sich Frauen am besten durch eine Impfung zumindest teilweise (etwa zu 70%) vor krebsauslösenden HPV-Infektionen schützen.

Vorbeugen

Die beste Vorsorge besteht darin, sich nicht mit Humanen Papillomviren anzustecken. Das Risiko einer Ansteckung kann beispielsweise durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr verringert werden. Doch nicht alle Infektionen werden so vermieden. Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge besteht in der Impfung gegen einige krebserregende HPV-Typen (HPV16 und 18). Etwa 70% der Gebärmutterhalskarzinome werden durch diese zwei Virustypen ausgelöst.

Da trotz der Verwendung von Kondomen und der Schutzimpfung keine 100-prozentige Sicherheit besteht, sollte mindestens die jährliche Früherkennungs-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs in Form des Pap-Abstrichs wahrgenommen werden